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05.01.2015

Wo werden Medikamentenreste zurückgenommen? Grüne befragten 138 Apotheken aus Osnabrücker Land

Osnabrück – 138 Apotheken in Landkreis und Stadt Osnabrück haben die Landkreis-Grünen befragt, inwieweit sie Medikamentenreste zurücknehmen.

Ziel der Aktion sei es, der Schadstoffbelastung im Trinkwasser entgegenzuwirken, erklärte die Kreistagsabgeordnete Felicitas Exner.

Denn ein Großteil der Altmedikamente werde bisher über Toilette oder Spüle entsorgt. Da die Vielzahl an chemischen Verbindungen in den Klärwerken nicht vollständig entfernt werde, würden schädliche Wirkstoffe in den Wasserkreislauf gelangen und könnten Tier- und Pflanzenwelt gefährlich werden.

Zwei Drittel der befragten Apotheken versicherten den Grünen, trotz der im Jahr 2008 beendeten gesetzlichen Rücknahmepflicht weiterhin Medikamentenreste von den Kunden entgegenzunehmen. Davon erklärten etwa 50 Apotheken, die Reste in Säcken zu sammeln, die gegen eine geringe Gebühr abgeholt würden. Einige andere Apotheken zeigten Interesse an professionellen Verwertungsmöglichkeiten.

Soweit die Medikamente noch nutzbar sind, werden sie von einigen Apotheken für Rumänien gespendet. Die ev-altreformierte Kirchengemeinde aus Neuenhaus (Kreis Grafschaft Bentheim) holt die Medikamente direkt bei den Apotheken ab, sortiert die mit abgelaufenem Verfallsdatum aus und bringt sie neben Kleidung und Rollstühlen seit 25 Jahren im März und Oktober per Lkw nach Rumänien, wo sie von Ärzten an Bedürftige gegeben werden. Interessierte Apotheken können Kontakt aufnehmen über Jan Vette, Tel.: 05941/285

Bei der Rückgabe von Medikamenten seien die Kunden gebeten, die Verpackungen und Beipackzettel vorher selbst zu entsorgen, um die anfallenden Mengen zu begrenzen. Insbesondere bei größeren Mengen wie Haushaltsauflösungen sei das Sortieren seitens der Apotheken kaum allein zu bewältigen.

Rein rechtlich ist bisher vorgesehen, Altmedikamente mit Ausnahme von Sprays, Quecksilber-Thermometer und Zystostatica  in die eigene Restmülltonne zu geben. Vor einer Änderung des Bundesabfallrechts könne Niedersachsen wie andere Bundesländer ein Rücknahmesystem etablieren, betonte Exner.

Interessierte können sich bei den Grünen informieren, welche Apotheke sich an der Rücknahme beteiligt und welche Recycling-Möglichkeiten bestehen: Tel. 0541/28104 oder E.-mail gruene-os-land@osnanet.de



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