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Bohmte 2009 regenerativste Kommune im Osnabrücker Raum

Erneuerbare Energien im Altkreis Wittlage und im Osnabrücker Land im Aufwind

Seit 2006 untersuchen die Grünen zusammen mit dem Solarenergieverein Osnabrück und der hiesigen Regionalgruppe des Bundesverbands Windenergie den Fortschritt bei Erneuerbaren Energien in den Gemeinden des Osnabrücker Landes. Nach den Samtgemeinden Neuenkirchen und Bersenbrück, sowie Melle konnten wir in diesem Jahr Bohmte als regenerativste Kommune des vergangenen Jahres 2009 mit dem größten Zuwachs im Osnabrücker Land prämieren.

Herzlichen Glückwunsch!


Was zu diesem Erfolg geführt hat, waren Investitionen von Bohmter Bürgern in zwei Bereichen: zum einen wurden 2009 insgesamt 40 neue Fotovoltaik-Anlagen auf Bohmter Dächern installiert. Damit gibt es jetzt fast 100 davon auf dem Gebiet der Gemeinde. Der bedeutendere Faktor in punkto Leistung aber war die Errichtung von drei weiteren Biogasanlagen, so dass jetzt 12 auf Bohmter Boden Strom und Wärme erzeugen. Bekannt wurde ja, dass das Sportzentrum an der Jahnstraße und dabei besonders das Schwimmbad von der Wärmeenergie solcher Anlagen profitieren. Aber auch der Gemeindehaushalt spürt eine solche Entwicklung in doppelter Weise positiv, dass die dafür benötigte Energie vor Ort auf den Feldern wächst: so fällt für das Sportzentrum nur noch ein sehr geringer Betrag für Heizkosten an, obwohl jetzt als zusätzliches Komfort-Plus das Freibad beheizt wird. Außerdem macht sich dies positiv auf der Einnahmeseite der Gemeindefinanzen bemerkbar. Denn immer mehr Menschen verdienen mit der Erzeugung von Erneuerbarer Energie vor Ort und dauerhaft Geld: neben den Anlagenbetreibern selbst z.B. die Bauern, die für ihre Energiepflanzen eine 20-jährige Abnahmegarantie haben oder die Handwerker, die für Errichtung und Wartung der Fotovoltaik-, der Biogas- und der 7 Windenergieanlagen zuständig sind. Auf diese Weise bleibt die Gemeinde dauerhaft interessant als Wohn- und Arbeitsplatz.

Wie wichtig die Erneuerbaren Energien inzwischen für Bohmte geworden sind, zeigt sich nicht nur daran, dass die Gemeinde auch schon in den vorigen Jahren immer zur Spitzengruppe im Osnabrücker Land gehörte, sondern dass sie – unter der Annahme, dass die Bohmter Bürger und Unternehmen im Schnitt so viel Strom verbraucht haben, wie im Durchschnitt alle Deutschen – bereits 65 % des Strombedarfs vor Ort produziert wird. Eine geldwerte Leistung, die nicht in große Konzernzentralen weit weg oder nach Russland oder Saudi Arabien abfließt, sondern den Menschen der Gemeinde Bohmte zugute kommt. Besser im Osnabrücker Land ist, was die Stromproduktion angeht, nur die Sg. Neuenkirchen mit allerdings fast 112 %.

Vermutlich ist – vor allem, was den Ausbau bei Biogasanlagen in Bohmte betrifft – die obere Fahnenstange erreicht, um nicht noch mehr Maismonokulturen zu befördern. Aber sicherlich wird die Auskoppelung der hier produzierten Wärme in lokale Fernwärmenetze ein bedenkenswerter Weg sein, die ohnehin anfallende Abwärme zusätzlich und damit sinnvoll und günstig zum Heizen der umliegenden Häuser zu nutzen.

Ein sehr begrüßenswerter Schritt für den weiteren Ausbau regenerativer Energiequellen ist die (auf einen Vorstoß der Grünen im Gemeinderat zurückgehende) Gründung der Bohmter BürgerEnergie-Genossenschaft, die der stellvertretende Bürgermeister Markus Unger bei der Preisverleihung am 19. April vorstellte (siehe Artikel zum Thema). Diese Genossenschaft wird Bohmte weiter voranbringen – zum (finanziellen) Vorteil für die Menschen vor Ort sowie für Klima und Umwelt.


Wie wichtig die Anstrengungen sehr sehr vielen Menschen im Übrigen noch sind, die „Erneuerbaren“ voranzubringen, zeigt sich zudem und ganz besonders im Licht des 24. Jahrestages der Atomkatastrophe von Tschernobyl, die sich am 26. April 1986 ereignete, und den sich in diesen Tagen deutschlandweit ca. 150.000 Menschen zum Anlass nahmen, gegen Atomkraft und für Erneuerbare Energien zu demonstrieren. Und welch verheerende Wirkung die Förderung von Öl hat, zeigt sich aktuell an der amerikanischen Küste. Solche katastrophalen Schäden sind mit erneuerbaren Energien grundsätzlich nicht möglich.

Auszeichnung der "Regenerativsten Kommune" des Osnabrücker Landes

Melle „Regenerativste Kommune 2008"

Mit 6,5% konnte die Stadt Melle für 2008 die höchste Steigerung im Osnabrücker Land beim Anteil der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Quellen am Gesamtstromverbrauch erzielen und wurde dafür von Grünen, Regionalverband Windenergie und Solarenergieverein als "Regenerativste Kommune" ausgezeichnet. In Melle sind 10 Windkraft-, 13 Biogas- und 275 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von über 20 Megawatt am Netz. Die Gesamtleistung der Erneuerbaren im Osnabrücker Land stieg auf über 244 Megawatt. Damit werden bereits 16,2% des Stromverbrauchs abgedeckt. Den höchsten Deckungsgrad durch umweltfreundlichen Strom erzielt die Samtgemeinde Neuenkirchen mit inzwischen 87,6%. Die detaillierten Ergebnisse finden sich im Anhang

Nach der Premiere für 2006 wird am 17. April 2009 um 20 Uhr im Hotel Rahenkamp in Osnabrück-Voxtrup (Meller Landstr. 106) vorgestellt, welche Stadt bzw. Gemeinde im Osnabrücker Land im vergangenen Jahr prozentual den höchsten Zuwachs an Strom aus Erneuerbaren Energien - in Relation zur Einwohnerzahl - ans Netz gebracht hat. Nach der Vorstelllung der Ergebnisse und Würdigung der Siegerkommune sind folgende Kurzbeiträge vorgesehen:

  1. Detlef Gerdts: Piesberg-Repowering und weitere EE-Planungen in Osnabrück
  2. ? Ewald Seebode: Wann gehen die stillgelegten Nordex-Anlagen wieder ans
    Netz?
  3. ? Otto Wetzig (n-werk) - Erschließung weiterer PV-Potentiale
  4. Dieter Schillingmann: Bioenergiepark Artland
  5. NN (Stadtwerke Osnabrück): Gastankstelle
  6. ? Aloys Graw: Projekt 100% EE in Stadt + Landkreis Osnabrück
  7. Helmut Eicker (TEN): Energiewirtschaftsstrukturen im Osnabrücker Land
  8. Renate Heise: Stromwechselkampagne Osnabrück
  9. Klaus Kuhnke: Fazit - was ist auf gutem Weg, was fehlt noch?


Zu diesem Abend laden wir alle Interessierten ein.

Regenerativste Kommune Region Osnabrück 2007 - Zusammenfassung

Grundlagen

  • bundesdurchschnittlicher Verbrauch: 6.500 kWh / Person / Jahr
  • Windkraftertrag: 1.633 kWh / kW / Jahr
  • PV-Ertrag: 900 kWh / kWp / Jahr
  • Biogas: 7.500 Volllaststunden / kW / Jahr
  • Klär- und Deponiegas: 4.250 Volllaststunden / kW / Jahr
  • Pflanzenöl-BHKW: 8.500 Volllastsunden / kW / Jahr
  • Wasser: 2.160 Vollaststunden / kW / Jahr


Ergebnisse

  1. Die Gesamtleistung der Anlagen zur Erzeugung EE in Landkreis und Stadt Osnabrück stieg von 2006 bis Ende 2007 um ..45.229.86 kW oder 24% auf 231.837 kW.
  2. Gesteigert wurde bei
  • Wind: 119 auf 133 Anlagen (+ 14); 162.963 auf 190.592 kW (+27.629)
  • PV: 1.172 auf 1.485 Anlagen (+313); 9.371,8 auf 14.901,4 kW (+5.529,6)
  • Biomasse (Biogas, Klär- und Deponiegas, Pflanzenöl-BHKW: 51 auf 77 Anlagen (+26); 14.275,6 auf 26.065,6 kW (+11.790)
  • Wasser: 5 auf 6 Anlagen (+1); 270,5 auf 278 kW (+7,5)
  1. Während in der Sg Neuenkirchen bereits 2.615 Watt EE-Strom pro Einwohner am Netz sind, sind es in Bad Rothenfelde erst 13 (Durchschnitt: 444).
  2. Insgesamt sind in der Sg Bersenbrück 32.005,9 kW am Netz, in Bad Rothenfelde 92.
  3. Absolut gab es in der Sg Bersenbrück eine Steigerung gegenüber 2006 um 18.411,1 kW, in Bad Rothenfelde um 23.
  4. Damit werden als EE-Anteil am durchschnittlichen Gesamtverbrauch erreicht: 1) Sg. Neuenkirchen 85,9%; 2) Bohmte 50,8; 3) Ostercappeln 47,3; 4) Sg Fürstenau 46,2; 5) Sg Bersenbrück 44,5; 6) Sg Artland 43,5; 7) Glandorf 20; 8) Bramsche 19,2; 9) Melle 14,8; 10) Bad Iburg 14,6; 11) Bad Essen 13,6; 12) Dissen 9,7; 13) Bad Laer 6,8; 14) Hilter 5,5; 15) Hasbergen 4,3; 16) Belm 3,5; 17) Georgsmarienhütte 3,3; 18) Wallenhorst 2,8; 19) Osnabrück 2,8; 20) Bissendorf 0,4; 21) Hagen 0,3; 22) Bad Rothenfelde 0,2 (Durchschnitt: 15,0)
  5. Steigerung
  1. Sg Bersenbrück 21,5%
  2. Bohmte 12,8
  3. Sg Neuenkirchen 11,9
  4. Bramsche 8,4
  5. Melle 4,97
  6. Sg Artland 4,62
  7. Sg Fürstenau 4,17
  8. Hasbergen 4,03
  9. Georgsmarienhütte 3,22
  10. Osnabrück 1,03
  11. Glandorf 1,00
  12. Bad Iburg 0,34
  13. Bad Laer 0,33
  14. Ostercappeln 0,29
  15. Bad Essen 0,12
  16. Bissendorf 0,12
  17. Hagen 0,09
  18. Bad Rothenfelde 0,04
  19. Wallenhorst 0,04
  20. Hilter -0,02
  21. Belm  -0,02
  22. Dissen -1,83

 

Termine KV Osnabrück-Land

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Freiheit statt Angst! Datenschutzdemo am 11. September in Berlin, Potsdamer Platz, 13:00 Uhr
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