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03.02.2016

Mit 6 Grünen aus dem Landkreis Osnabrück beteiligten wir uns an der Demonstration am 31. Januar 2016 in Lingen gegen die dortige Produktion von Brennstäben für die Atomenergie. Der gebürtige Hagener und jetzt im Lingener Elternverein aktive Heiner Rehnen erläuterte der Widerstand.

Demonstration gegen Produktion von Brennstäben Lingen

Liebe Freundinnen und Freunde,

 

ich begrüße euch in Lingen.

Mein Name ist Heiner Rehnen und ich lebe seid fast 40 Jahren in dieser Stadt.

Diese Stadt ist eine lebens und liebenswerte Stadt.

Politisch hat hier und im Landkreis Emsland die CDU das sagen, allerdings bröckelt schon seid Jahren die Mehrheit. In Lingen gibt es erstmals sogar einen parteilosen Oberbürgermeister.

Rechte Parteien haben hier keine Chance, auch jetzt nicht und das Engagement für die Flüchtlinge ist beispielhaft.

Wenn Mann und Frau sich aber die lange Geschichte und die Zukunft der Industrieansiedlung und hier besonders der Atomanlagen anschaut, dann bereit mir und vielen anderen das große Sorge.

Bereits 1968 ging das erste Atomkraftwerk in Lingen in Betrieb. Es war das erste konventionelle AKW in Deutschland. Könnt ihr euch noch an die verstrahlte Molke aus Bayern, eine Folge der Atomkatastrophe von Tschernobyl 1986,  erinnern, die wurde hier 1989/90 in dem alten AKW entseucht. Dagegen gab es großen Widerstand und Demonstrationen, aber es wurde gemacht.

Im Dezember letzten Jahres wurde die Genehmigung erteilt das alte AKW ab zu bauen, Voraussichtliche dauer, 20 Jahre, voraussichtliche Lagerung der atomaren Abfälle , unbekannt.

 

1978 begann man mit den Planungen eines neuen AKW,s in Lingen, es sollten sogar zwei werden und dazu ein großes Speicherbecken um den Bedarf an Kühlwasser zu decken. Dafür wurde ein großes Waldgebiet abgeholzt. Zu besichtigen ist das Speicherbecken in Geeste als sogenanntes Naherholungsgebiet.  Der Betreiber, damals noch VEW hat darauf gehofft das es keinen Widerstand in Lingen gibt. Da haben sie sich aber getäuscht. Der Bauplatz wurde besetzt und am 14.6.1980 waren mehr als 10.000 Atomkraftgegner zu einer Demo in Lingen.

Dennoch ging 1988 das AKW ans Netz, trotz Tschernobyl im Jahre 86 und vieler Proteste.

ANF ging 1979 in Betrieb, damals und in den nachfolgenden Jahren oft unbehelligt von Protesten.

 

Dann wurde in 2002 das sogenannte Standortzwischenlager in Betrieb genommen. Hier sollen Castorbehälter so lange gelagert werden bis es ein Endlager gibt, und wenn es in den nächsten Jahrzehnten keines gibt, wird dann aus dem Zwischenlager ein Endlager ?

 

Mitte 2010 besuchte Angela Merkel Lingen, bzw. das Atomkraftwerk um dann auf Druck der Atomlobby eine Laufzeitverlängerung zu vereinbaren. Dann kam die Katastrophe von Fukushima und die 180 Grad Wendung der Kanzlerin.

Was mussten wir uns alle von der CDU/CSU anhören in den Jahren des Widerstands

Die Lichter gehen aus und der Spruch : Atomkraftgegner überwintern im Dunkeln und mit kaltem Hintern.

 

Das AKW hier in Lingen soll 2022 vom Netz gehen, ich möchte es erleben und mit euch eine große Austiegsparty feiern.

 

Meine Forderung ist aber es sofort abzuschalten.

 

Ihr kennt sicher die Werbung der RWE mit dem Titel  „VoRWEggehen“

Ich würde sagen RWE hat den Titel  „Hinterherlaufen“ verdient.

Denn wie kann es ein das hier eines der modernsten Gaskraftwerke steht und fast nie läuft. Mehrere 100 Millionen € in den Sand gesetzt.

 

Wer es noch nicht getan hat, wechselt den Stromanbieter,

nutzt nur noch regenerative Energie,

achtet auf euren ökologischen Fußabdruck,

macht den großen Energiekonzernen Dampf.



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